Samstag, 5. November 2011

Email an den Bundestag

Über Wunschkinder.net bin ich auf eine sehr gute Aktion gestoßen - hier wird Unterstützung gebraucht ! Danke "Rebella" !

Es ist eilig, denn am 11.11. gibt es die nächste Versammlung dazu ! Es kommt jetzt darauf an, dass möglichst viele Briefe bzw. E-Mails an die Entscheider, nämlich die Bundestagsabgeordneten, geschickt werden. Ein Musterschreiben und eine Adressenliste gibt es schon.


Natürlich ist es auch möglich, mit seinen eigenen Erfahrungen, diesen Brief zu ergänzen!

Macht mit !



Sehr geehrte Damen und Herren, Sehr geehrte Frau Schroeder,

mit diesem Schreiben möchte ich Sie auf das Thema unerfüllter Kinderwunsch aufmerksam machen.
Tausende von Paaren erhalten jedes Jahr in Deutschland die Diagnose Unfruchtbarkeit. Es ist für nicht Betroffene nur schwer vorstellbar, welches Leid mit der ungewollten Kinderlosigkeit, dem unerfüllten Wunsch nach etwas scheinbar ganz leicht erfüllbarem - einem Kind - verbunden ist. Jedes 7. Paar in Deutschland ist ungewollt kinderlos. Damit ist der unerfüllte Kinderwunsch kein Problem einer Randgruppe, sondern ein signifikanter Teil der Bevölkerung ist davon betroffen.
Für viele dieser Paare gibt es die Möglichkeit, durch eine künstliche Befruchtung doch noch schwanger zu werden. Leider ist dies seit der Gesundheitsreform im Jahr 2004 nur noch für Paare mit entsprechendem finanziellem Hintergrund möglich. Ein Versuch zur künstlichen Befruchtung kostet in Deutschland nach dem GKV-Tarif (EBM) zwischen 3.200 und 5.000 Euro. Das bedeutet: Bei derzeitiger Rechtslage müssen Paare für den ersten bis dritten Versuch zwischen 1.600 und 2.500 Euro, für jeden weiteren Versuch die volle Summe des noch deutlich darüber liegenden Privattarifs aufbringen. Für viele Betroffene sind diese Kosten kaum finanzierbar. Damit wird das Thema Elternschaft bei eingeschränkter Fruchtbarkeit gleichzeitig zur sozialen Frage.

Ich frage Sie nun: Ist es moralisch vertretbar, dass die Möglichkeit auf ein Kind vom Einkommen der Eltern abhängt? Der Bundesrat und auch unsere Familienministerin Frau Schröder sind der Meinung, dass die aktuelle Gesetzeslage nicht akzeptabel ist. In seiner Stellungnahme vom 23.09.2011 (Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Versorgungsstrukuren in der gesetzlichen Krankenversicherung, Punkt 6, zu Artikel 1 Nr. 3d - neu - (§27a Absatz 3 Satz 3, Satz 4 - neu - SBG V)) hat der Bundesrat einen entsprechenden Vorschlag gemacht, nach dem zukünftig die Hälfte der Kosten von assistierten Befruchtungen von der GKV und die andere Hälfte dieser Kosten vom Bund getragen werden soll.

Sie können nun am 11.11.2011 dafür zu sorgen, dass dieser Vorschlag zur Kostenübernahme für künstliche Befruchtungen im Versorgungsstrukturgesetz 2012 übernommen wird.

Da in Deutschland immer weniger Kinder geboren werden, sollte es doch auch in Ihrem Interesse sein, das Wunscheltern Wunschkinder bekommen können. Jährlich entstehen in Deutschland ungefähr 10.000 Kinder durch In vitro Fertilisation. Aufgrund der Gesundheitsreform 2004 war die Zahl der zuvor nach IVF / ICSI geborenen Kinder um ein Drittel zurück gegangen. Die verglichen mit anderen Maßnahmen überschaubaren Kosten von rund 250 Mio. EUR (Gesamtkosten für die GKV und den Bund) bei der vollständigen Übernahme von 4 Versuchen pro Paar sind eine sichere Investition für einen Anstieg der Geburtenrate in Deutschland.

Ich danke Ihnen für die Zeit, die Sie sich für die Lektüre dieses Schreibens genommen haben und verbleibe mit der Hoffnung, dass Sie sich nun für die Kostenübernahme bei künstlichen Befruchtungen einsetzen.

Kommentare:

  1. Gut geschrieben. Hoffen wir mal, das es was bringt. Würde für viele Paare mit Kinderwunsch eine Hilfe sein.

    AntwortenLöschen
  2. Ja...man muss was tun, sonst regt sich da keiner! Antworten habe ich auch schon welche, überwiegend von der LINKEN, die machen natürlich auch ihr Wahlprogramm....

    AntwortenLöschen