Mittwoch, 2. November 2011

125 Euro

Was ist das schon? Was machen 125,00 Euro mehr oder weniger noch aus?
Für diesen Betrag bekomme ich ein Telefonat, einen persönlichen Termin oder via Skype ein Gespräch mit der Kinderwunschklinik in Österreich.
Aber macht das jetzt Sinn?
Nein. Auch wenn ich jetzt mit Ihnen spreche, haben wir in nächster Zeit nicht das Geld für eine Behandlung mit Unterkunft für mind. 14 Tage (!) in Österreich. 
Mir wird noch schlecht, wenn ich die Laborkostenrechnung der negativen ICSI hier rumliegen sehe... die lass ich auch erstmal links liegen - oder sollte ich die Rechnung an unsere Politiker schicken? Die Mühlen mahlen so langsam, dass man das Gefühl hat, man überlebt selbst keine Veränderungen mehr.


Auszug aus 02/2009 (!)
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat jetzt mehr staatliche Unterstützung für die künstliche Befruchtung gefordert. In Sachsen zahlt der Staat bereits ab kommenden März Zuschüsse: Ehepaare im Freistaat erhalten für die zweite und dritte Behandlung dann jeweils bis zu 900 Euro; für die vierte Behandlung wird eine Pauschale von bis zu 1800 Euro gezahlt.
„Die Sehnsucht nach einem eigenen Kind ist viel zu ernst für politisches Zuständigkeitsgerangel“, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur.


Welches ungewollt kinderloses Paar fühlt sich bei so einer Aussage inzwischen nicht verkohlt ?

Auszug aus 05/2011 Interview mit Frau Dr. Schröder
Sprechen Sie mit dem Gesundheitsministerium auch über das Thema Kinderwunschbehandlung? Seit der Gesundheitsreform 2004 müssen Paare die Hälfte der Kosten für eine künstliche Befruchtung selbst bezahlen, nur der Freistaat Sachsen übernimmt noch ein weiteres Viertel.
Im Moment ist die Situation unbefriedigend und auch ungerecht. Deshalb bin ich im Gespräch, aber ich bin realistisch: Eine schnelle Lösung wird es nicht geben. Auch wegen der angespannten Finanzlage. 

Was“Aus Schröders Ministerium kommt nun die Idee, den Anteil der Krankenkassen auf 60 Prozent anzuheben und zugleich aus der öffentlichen Hand noch einmal 25 Prozent zuzuschießen. Diese Kosten sollen sich Bund und Länder teilen. In dem Papier, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt, heißt es außerdem, dass für einen möglichen vierten Versuch Bund und Länder 50 Prozent der Kosten übernehmen würden.
Die Süddeutsche berichtet vorab: “Aus Schröders Ministerium kommt nun die Idee, den Anteil der Krankenkassen auf 60 Prozent anzuheben und zugleich aus der öffentlichen Hand noch einmal 25 Prozent zuzuschießen. Diese Kosten sollen sich Bund und Länder teilen. In dem Papier, das der Süddeutschen Zeitung vorliegt, heißt es außerdem, dass für einen möglichen vierten Versuch Bund und Länder 50 Prozent der Kosten übernehmen würden.


...und was sagt uns das?

Leere Versprechungen gab es schon häufiger!





Leere Versprechungen gab es schon häufiger

Dies veranlasste die damalige Familienministerin Frau von der Leyen vor gut zwei Jahren, über eine Änderung der Regelung nachzudenken. Aber bereits kurz nach der letzten Bundestagswahl gingen ihre Pläne bereits in den Koalitionsverhandlungen verloren. Speziell in der CSU scheinen hier große Vorbehalte gegenüber der künstlichen Befruchtung im Allgemeinen und der Kostenübernahme im Besonderen zu bestehen.
Frau Schröder hat sich einen Ruf als “Ankündigungsministerin” gemacht und bisher wenige ihrer ambitionierten Pläne in die Tat umgesetzt. Zum Vorteil dürfte es ihr jedoch gereichen, dass auch andere Parteien der Meinung sind, dass die Kosten kein Grund sein dürften, sich wegen eines unerfüllten Kinderwunsches einer Therapie zu unterziehen.

Leere Versprechungen gab es schon häufiger

Dies veranlasste die damalige Familienministerin Frau von der Leyen vor gut zwei Jahren, über eine Änderung der Regelung nachzudenken. Aber bereits kurz nach der letzten Bundestagswahl gingen ihre Pläne bereits in den Koalitionsverhandlungen verloren. Speziell in der CSU scheinen hier große Vorbehalte gegenüber der künstlichen Befruchtung im Allgemeinen und der Kostenübernahme im Besonderen zu bestehen.
Frau Schröder hat sich einen Ruf als “Ankündigungsministerin” gemacht und bisher wenige ihrer ambitionierten Pläne in die Tat umgesetzt. Zum Vorteil dürfte es ihr jedoch gereichen, dass auch andere Parteien der Meinung sind, dass die Kosten kein Grund sein dürften, sich wegen eines unerfüllten Kinderwunsches einer Therapie zu unterziehen.

Kommentare:

  1. Oh es tut mir echt leid, ich würde dir gern 125 Euro schicken naja manchmal wünschte ich, es einfach zu können. Es ist schon komisch in welcher Klassengesellschaft wir uns bewegen wo ich sagen muss. Uns geht es sehr gut, wir gehen oft Essen, haben das Haus und können uns die künstliche Befruchtung leisten..... Manchmal wünschte ich die Leistungen wären auf der ganzen Welt gleich verteilt :-( da schäme ich mich manchmal für das was ich habe (obwohl mir auch nichts Geschenkt wurde)

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  2. Huhu, also die 125 Euro wären jetzt nicht das Problem - aber warum sollten wir jetzt dieses Gespräch führen, wenn wir eh noch nicht hinfahren können...
    Unser Steuerberater sagt immer gerne, dass wir ein Luxusproblem hätten - das kann man ja sehen wie man will ;-)
    Würde auch gern mal den Garten richtig anlegen etc...oder einfach was sparen - geht aber alles drauf...

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  3. Hey Hope!

    Unser Gesundheitssystem nervt mich auch! Vor allem, weil vieles hinterwäldlerisch behandelt wird.

    Mein Freund und ich haben noch nicht vor zu heiraten, bzw. wollen uns den Grund und zeitpunkt nicht durch ärztliche Behandlungen bestimmen lassen....grrrr.....

    Daher sind wir komplett Selbstzahler, wenn wir was machen lassen möchten.....ätzend.

    Euren Ärger kann ich komplett verstehen!

    Wenn mann z.B. in Dänemark lebt, dann hat man Glück. DK ist ein kinderfreundliches Land und da werden 3 (!) Versuche vom STAAT bezahlt!!!

    Tja, armes Deutschland....

    Ich wünsch Dir trotzdem ein schönes WE!

    GLG

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